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Garmin Edge 800 im Vergleich

Garmin Edge 800 im TestDer Garmin Edge 800 ist ein Radcomputer, der bereits optisch aus dem Rahmen fällt und über vielfältige Funktionen verfügt. Er bewegt sich im oberen Preissegment und müsste daher qualitativ vollständig überzeugen. Aber ist er sein Geld wirklich wert? Wir wollten es genau wissen und haben das schicke Gerät einer gründlichen Prüfung unterzogen.

Verpackung und Lieferumfang
Der Garmin Edge 800 wird in verschiedenen Versionen angeboten, wir erhielten die klassische Variante, zu der eine Fahrradhalterung, eine Schnellstartanleitung, ein USB-Kabel sowie ein Netzladekabel gehören. Alle Teile waren ordentlich und sicher verpackt, so dass es in diesem Punkt nichts zu meckern gab.

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Verarbeitung und Design
Als wir uns das Gerät erstmals betrachteten, erlebten wir gleich einen Wow-Effekt. Optisch macht der Garmin Edge 800 nämlich einiges her: Er ist zwar ultraflach und mit 5,1 mal 9,3 Zentimetern auch auffallend kompakt, dennoch überzeugt er mit einem sehr modernen, sportlichen und trendstarken Design, das vor allem jüngere Menschen begeistern wird. Die Verarbeitung wirkte durch und durch solide.

Ausstattung und Funktionen
Mehr Funktionen kann ein moderner Radcomputer eigentlich gar nicht besitzen! Da ist zunächst einmal der „Virtual Partner®“, der tatsächlich den Eindruck erweckt, gegen eine andere (virtuelle) Person zu trainieren. Außerdem ist das Gerät natürlich mit Garmin Connect™ kompatibel, was bedeutet, dass wir unsere Daten unter anderem online analysieren lassen können. Ebenso ist es möglich, eine bestimmte Route an andere Community-Mitglieder weiterzugeben oder bereits zurückgelegte Routen auf einer Karte anzeigen zu lassen.
Darüber hinaus bietet das Gerät einige interessante Auto-Funktionen, die genauso durchdacht wie praktisch sind. So beispielsweise die Auto-Pause: Mussten wir vor einer Ampel anhalten, wurde automatisch die Stopp-Uhr unterbrochen. Auto-LAP bedeutet, dass wir auf Wunsch automatisch eine neue Runde starten konnten, während Auto-Scroll unterwegs das automatische Anzeigen von Datenseiten ermöglicht. Einfach genial fanden wir die Möglichkeit, ein individuelles Intervalltraining zu entwickeln. Dabei konnten wir die Trainings- und Intervallzeiten bedarfsgerecht anpassen, was die Effizienz der Trainingseinheit natürlich deutlich erhöht. Außerdem gibt es eine herzfrequenzbasierte Kalorienberechnung, eine Temperaturanzeige und einen barometrischen Höhenmesser. Insgesamt also eine optimale Ausstattung und Funktionen, die keine Wünsche offenlassen.

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Installation & Updatemöglichkeit
Obwohl das Gerät bis zu drei Fahrräder verwalten kann, ließ sich die Installation sehr einfach durchführen. Die Schnellstartanleitung ist zwar hilfreich, muss aber nicht unbedingt genutzt werden. Der Garmin Edge 800 kann mit den mitgelieferten Halterungen sehr sicher am Lenker befestigt werden, selbst während einer Fahrt durch unwegsames Gelände blieb er an seinem vorgesehenen Platz.
In der Basisversion, die wir ja auch testeten, wird das Gerät mit einer relativ einfachen Karte ausgeliefert, die nicht besonders detailliert und daher im Grunde unbrauchbar ist. Doch auf den Kauf teurer Garmin-Karten konnten wir dennoch getrost verzichten, denn es gibt ja schließlich die kostenlosen Openstreetmaps, die auf dem Garmin Edge 800 fast schon sensationell gut funktionierten. Diese Karten werden ständig aktualisiert und sind inzwischen für zahllose Länder erhältlich.

Bedienkomfort
Die Menüführung besitzt eine klare Struktur und ist eher schlicht, was die Bedienung aber deutlich vereinfacht. Dass der Hersteller auf überflüssige Features verzichtet, fanden wir sehr angenehm. Ausgezeichnet gefiel uns das Touchscreen-Display, das prompt auf jede Berührung reagierte, und dies sogar dann, wenn wir Handschuhe trugen. Es ließ sich in nahezu jeder Situation gut ablesen und spiegelte nur unwesentlich. Wollten wir zwischen den einzelnen Bildschirmen wechseln, reichte eine einfache Wischbewegung aus. Beim Zoomen baute sich die Karte überraschend schnell auf, insgesamt lief alles sehr flüssig und ohne Unterbrechungen.

Genauigkeit
In puncto Genauigkeit ist der Garmin Edge 800 kaum zu übertreffen. Der GPS-Empfang ist einfach erstklassig und erwies sich an vielen unterschiedlichen Standorten als sehr stabil. Wir sind uns daher sicher, dass wir uns auf das Gerät auch langfristig absolut verlassen können. Besonders lobenswert: Selbst in den dichtesten Wäldern und unter einem fast schon undurchsichtigen Blätterdach war das GPS-Signal pausenlos vorhanden. Bei der Höhen- und Geschwindigkeitsmessung präsentierte sich der Radcomputer ebenfalls sehr souverän, auf seine Angaben war jederzeit Verlass. Das Gleiche galt für die Routenführung, ein Verfahren war im Prinzip absolut unmöglich.

Akkulaufzeit
Der wiederaufladbare Lithium-Ionen-Akku hat laut Hersteller eine Laufzeit von maximal 15 Stunden. Bei einem dauerhaft sehr hell eingestellten Display verringert sich die Laufzeit aber folglich sehr stark. Wir konnten uns jedoch davon überzeugen, dass eine Beleuchtung bei normalem Tageslicht gar nicht unbedingt erforderlich ist: Wer also eine längere Fahrt plant, sollte nach Möglichkeit darauf verzichten, um den Akku zu schonen.

Vorteile
+ Sehr sportliches und modernes Design
+ Viele tolle Funktionen
+ Einfache Installation und Bedienung
+ Robuste Lenkerhalterungen
+ Kostenlose Openstreetmaps können jederzeit verwendet werden.
+ Robustes Gehäuse mit gummierter Rückseite
+ Mit verschiedenen Leistungsmessgeräten kompatibel

Nachteile
– Mitgelieferte Basiskarte ist wenig detailliert und kaum zu gebrauchen

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Fazit
Der Garmin Edge 800 ist ein eigentlich schon sehr professioneller Radcomputer, der sich für gelegentliche Hobbyradler eigentlich gar nicht auszahlt, denn mit seinen umfangreichen Funktionen und den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten genügt er selbst höchsten Ansprüchen. Seine Zuverlässigkeit und Nutzerfreundlichkeit hat uns komplett überzeugt, auch sein sportliches Design gefiel uns extrem gut. Dass die mitgelieferte Karte nicht viel taugt, konnten wir verschmerzen, denn schließlich hat jeder Nutzer die Möglichkeit, die kostenlosen Openstreetmaps zu verwenden. Insgesamt bietet der Garmin Edge 800 also ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, auch wenn dieses Gerät zu den eher kostspieligeren Modellen gehört. Es hat daher völlig zu Recht die Note 5 verdient.


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